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Früher verwendete
man größtenteils mechanische Hebelwagen.
Neue Entwicklungen im Waagenbau führten zur Abkehr vom
Hebelprinzip. Die vom Wägegut ausgeübte Kraft wird
durch elektrische, magnetische oder elektro-optische Methoden
in Signale umgesetzt, die auf elektronischem Wege ausgewertet
und als Massenangabe angezeigt werden (elektronische Waagen).
Die im chemischen Laboratorium
verwendeten Waagen unterscheiden sich hinsichtlich der Begrenzung
der Masse, die mit ihnen abgewogen werden kann (Belastbarkeit)
und der Genauigkeit der Wägung.
Analysenwaage:
Mit der Analysenwaage lassen sich Massen bis auf 1/10 Milligramm
genau abwiegen. Diese Empfindlichkeit macht einen sorgfältigen
Schutz der Waage vor Verstaubung, Luftzug, Korrosion und plötzlichen
Schwankungen der Außentemperatur notwendig, der durch
die Unterbringung der Waage in einem Gehäuse gewährleistet
ist.
Die Analysenwaage ist
eine automatische Balkenwaage, die nach dem Substitutionsprinzip
arbeitet. Auf beiden Balken sind dieselben Massen angebracht,
so daß der Waagebalken sich im Gleichgewicht befindet.
Die Masse der einen Seite setzt sich aus unterschiedlichen
Teilmassen zusammen und hat eine Vorrichtung für die
Aufnahme der zu messenden Probe. Man legt die Probe auf und
entfernt zugleich soviele Teilmassen bis die Waage wieder
im Gleichgewicht ist. Die Masse der abgenommenen Wägestücke
entspricht der Masse der Probe.
Die Genauigkeit
der Wägung mit der Analysenwaage hängt in erster
Linie von ihrer Justierung ab. Dazu dienen die Fußrändelschrauben,
die solange gedreht werden, bis sich die Luftblase der Niveauanzeige
genau in der Mitte befindet.
Eine Nullpunktverschiebung,
die zur Verfälschung des Wägeergebnisses führt,
wird durch starke Erschütterungen hervorgerufen. Daher
steht die Waage auf kleinen Gummipuffern auf speziellen Wägetischen.
Das Öffnen und Schließen der Gehäusefenster
muß behutsam erfolgen. Auch Schweiß und Schmutz
verschieben den Nullpunkt, so daß man die Teile der
Waage stets mit der Pinzette, nie mit der Hand, anfaßt.
Ebenso handhabt man alle Wägegefäße mit der
Pinzette. Während der Wägung müssen die Fenster
geschlossen bleiben, da schon ein leichter Luftzug wie ein
Auftrieb wirkt, so daß eine geringere Masse angezeigt
wird als tatsächlich aufgelegt wurde.
Eine wichtige Einrichtung
der Analysenwaage ist die Arretierung. Dabei wird der
Waagebalken mit dem Gehänge von der Auflage abgehoben.
Dies entlastet Balken und Auflage. Das Auflegen und Abnehmen
der Lasten wird immer bei arretierter Waage durchgeführt.
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