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Temperaturmeßgeräte
machen sich in verschiedener Weise eine mit der Temperaturänderung
verbundene Änderung von Stoffeigenschaften zunutze.
Flüssigkeitsthermometer:
Das Volumen einer Flüssigkeit hängt
von ihrer Temperatur ab; beim Erwärmen vergrößert
sich das Volumen, beim Abkühlen verkleinert es sich.
Füllt man eine Flüssigkeit deshalb in ein Glasrohr
und erwärmt sie, dann dehnt sie sich aus, d.h. sie
steigt im Rohr nach oben. Die Temperaturänderung und
das Ausmaß der Ausdehnung stehen in einem festen Verhältnis
zueinander, so daß man eine Skala anbringen kann,
von der man für jeden Flüssigkeitsstand die zugehörige
Temperatur ablesen kann. Damit die Flüssigkeit nicht
verdampft, müssen die Glasrohre verschlossen sein.
Hinweis zur Arbeitssicherheit: Die für die Flüssigkeitsthermometer
angegebenen Arbeitsbereiche dürfen nicht überschritten
werden, da bei Überhitzung ein Überdruck die Glasrohre
zersprengt.
Das Quecksilberthermometer
kann im Bereich von - 39 °C (Erstarrungspunkt des Quecksilbers)
bis + 350°C verwendet werden. Füllt man den Raum
über der Quecksilberoberfläche mit Stickstoff,
dann läßt sich der Temperaturbereich auf + 600°C
ausdehnen. Eine weitere Steigerung auf + 750°C erreicht
man, wenn man das Glasrohr durch ein Quarzrohr ersetzt.
Alkoholthermometer sind meist mit Ethanol gefüllt
und für Temperaturen zwischen - 100°C und + 70°C
zu benutzen.
Tieftemperaturthermometer werden für Messungen
zwischen - 190°C und + 20°C verwendet. Sie sind
mit den Kohlenwasserstoffen Pentan oder Petrolether gefüllt.
Bei Flüssigkeitsdruckthermometern ist eine Flüssigkeit
(Quecksilber oder Öl) in einer Röhre eingeschlossen,
die sich beim Erwärmen ausdehnt und durch ihren Druck
ein Hebelsystem und einen Zeiger bewegt.
Abbildungen unter Laborgeräte/Thermometer
Sonstige
Thermometer:
Bimetallthermometer: Hier nutzt man die durch
Temperaturänderungen bewirkte Längenänderung
von Metallstreifen aus. Legt man Streifen zweier verschiedener
Metalle aufeinander, verbindet sie z.B. durch Nieten und
erwärmt sie, dann dehnen sie sich in unterschiedlichem
Maße aus. Die Folge ist, daß sich der Bimetallstab
krümmt. Mit einer Bimetallspirale, an deren freiem
Ende ein Zeiger befestigt ist, kann man auf diese Weise
sehr geringe Temperaturunterschiede messen. Bimetallthermometer
verwendet man bis + 500°C.
Thermoelement (thermoelektrisches Pyrometer): An
der Berührungsstelle von Drähten unterschiedlicher
Metalle entsteht eine Spannung. Man verlötet zwei Metalldrähte,
erhitzt die Lötstelle und mißt die Spannung an
den kalten Drahtenden. Sie ist ein Maß für die
Temperaturdifferenz zwischen Lötstelle und den kühleren
Drahtenden und wird in den Thermoelementen direkt in Celsius-Graden
geeicht.
Elektrisches Widerstandsthermometer: Der Stromfluß
in Metallen ist temperaturabhängig. Je wärmer
ein Metall ist, desto weniger Strom fließt (sein elektrischer
Widerstand steigt). Eicht man den Stromfluß direkt
in Celsius-Graden, dann erhält man ein elektrisches
Widerstandsthermometer, das bei Temperaturmessungen zwischen
-250°C und + 1500°C eingesetzt werden kann.
Pyropter (optisches Pyrometer): Das von einem glühenden
Körper ausgestrahlte Licht ist ein Maß für
seine Temperatur. Die Farbe (Wellenlänge) des ausgestrahlten
Lichts ist auch bei unterschiedlichen Stoffen gleich. Man
erhitzt einen Draht elektrisch, bis er dieselbe Glühfarbe
erreicht hat wie der Körper, dessen Temperatur zu messen
ist. Gemessen wird dabei der Stromfluß, der zur Erzielung
der jeweiligen Glühfarbe nötig ist. Er wird auf
einer in Celsius-Graden geeichten Skala abgelesen.
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Beim Erwärmen oder
Abkühlen eines Stoffes sind Schmelzpunkt, Siedepunkt
und Erstarrungspunkt für ihn charakteristische Temperaturen,
bei denen sich sein Aggregatzustand ändert (Stoffkonstanten).
Am Schmelz- oder Flüssigkeitspunkt (Kurzzeichen: Fp)
geht ein Stoff vom festen in den flüssigen Zustand über.
Der umgekehrte Vorgang beim Abkühlen, der Übergang
vom flüssigen in den festen Zustand, ist durch den
Erstarrungspunkt (Kurzzeichen: Ep) charakterisiert. Die
Temperatur, bei der eine Flüssigkeit gasförmig wird,
ist ihr Koch- oder Siedepunkt (Kurzzeichen: Kp). Diese
Temperaturen sind druckabhängig. Der Druck, bei dem sie
gemessen wurden, muß daher stets angegeben werden. Bei
Schmelz- und Erstarrungspunkten läßt man die Druckangabe
meist weg, da die entstehende Ungenauigkeit gering ist.
Erhitzt man einen festen
Stoff, dann bleibt seine Temperatur am Schmelz- und Siedepunkt
lange Zeit konstant, da die zugeführte Wärme gebraucht
wird, um die Atome oder Moleküle aus dem Gitter zu lösen
bzw. in die Gasphase zu bringen. Bis dieser Vorgang abgeschlossen
ist, steht keine Wärme für eine Temperaturerhöhung
zur Verfügung. Beim Abkühlen wird am Erstarrungspunkt
die beim Schmelzen zugeführte Wärme wieder frei,
wenn sich die Atome oder Moleküle zum Kristallgitter
ordnen. Daher bleibt auch in diesem Fall die Temperatur längere
Zeit konstant.
Als charakteristische
Größen eines Stoffes sind alle drei Temperaturen
eine Hilfe bei seiner Identifizierung. Sie sind darüber
hinaus ein Maß für seine Reinheit. Verunreinigungen
erniedrigen den Schmelz- und Erstarrungspunkt. Der Siedepunkt
wird erniedrigt, wenn die Verunreinigung einen höheren
Dampfdruck hat als die untersuchte Flüssigkeit. Er wird
erhöht, wenn der Dampfdruck der Verunreinigung niedriger
ist.
Bestimmung
des Schmelzpunktes:
Zur Messung von Schmelzpunkten
gibt es verschiedene Schmelzpunktapparate. Sie sind entsprechend
dem gewünschten Genauigkeitsgrad der Messung und dem
notwendigen Temperaturbereich konstruiert.
Der einfache Schmelzpunktapparat
und der Schmelzpunktapparat nach Thiele werden zu 3/5
mit einer Heizflüssigkeit - Paraffinöl oder Siliconöl
- gefüllt. Ein Einschlußthermometer, dessen Skala
eine 1 °C-Einteilung hat, wird mit dem Quecksilbervorratsgefäß
in das Zentrum der Flüssigkeit gebracht. Es wird mit
einem Korkstopfen, in den Entlüftungsschlitze geschnitten
sind, befestigt. Die zu messende Substanz wird etwa 3 mm hoch
in ein Schmelzpunktröhrchen, eine 7,5 cm lange Glaskapillare
mit einem Durchmesser von 1 mm, eingefüllt. Das Röhrchen
wird so in die Flüssigkeit eingetaucht, daß sich
die Substanz unmittelbar neben der Quecksilberkugel befindet.
Man heizt dann zunächst sehr schnell auf, um den ungefähren
Schmelzpunkt (± 10°C) zu ermitteln. Man läßt
anschließend abkühlen bis ca. 30°C unter den
grob ermittelten Schmelzpunkt und bringt eine neue Probe in
das Gerät. Nun erwärmt man um 1°C je Minute,
um den exakten Schmelzpunkt zu erhalten. Den Schmelzvorgang
beobachtet man möglichst mit einer Lupe. Viele Substanzen
sintern, bevor sie schmelzen. Der Schmelzpunkt ist erreicht,
wenn eine meniskusbildende Flüssigkeit entstanden ist,
in der noch Kristalle schwimmen. Sie müssen ohne weitere
Temperaturerhöhung schmelzen. Zur Überprüfung
des gefundenen Schmelzpunktes läßt man wieder bis
zur Verfestigung der Flüssigkeit abkühlen und wiederholt
die Messung mit einer neuen Substanzprobe.
Der Kupferblock
ist für Temperaturen zwischen 50°C und 700°C
gedacht. Die Heizflüssigkeiten der zuvor besprochenen
Geräte sind bei Temperaturen oberhalb von 300°C nicht
verwendbar.
Bestimmung
des Siedepunktes:
Die einfachste Methode, den Siedepunkt einer Flüssigkeit
zu messen, ist, sie in einem Reagenzglas zu erhitzen, bis
das Thermometer keine Temperaturzunahme mehr anzeigt. Die
so erhaltenen Siedepunkte sind allerdings ungenau, und für
brennbare, giftige oder ätzende Flüssigkeiten ist
die Methode nicht geeignet. Daher wählt man meist eine
Destillationsapparatur (Laborgeräte/Destillationszubehör)
, in der man etwa 50 mL der Flüssigkeit so durch Erwärmen
verdampft, daß in einer Sekunde ein Tropfen Flüssigkeit
den Kühler verläßt. Überhitzen verfälscht
das Meßergebnis. Während der Destillation liest
man in Abständen von einer Minute die Temperatur
der übergehenden Flüssigkeit ab und trägt sie
in ein Temperatur-Zeit-Diagramm ein. Bei einer reinen Flüssigkeit
zeigt das Diagramm eine Kurve, die den konstanten Siedepunkt
und das Abfallen der Temperatur nach Ende der Destillation
anzeigt. Liegt ein Gemisch zweier Flüssigkeiten vor,
dann erhält man eine Kurve, die zunächst den Siedepunkt
der tiefer siedenden Flüssigkeit anzeigt, dann den der
höher siedenden. Anhand der Siedekurve kann man daher
oft auch bestimmen, wie viele Komponenten ein Flüssigkeitsgemisch
hat.
Bestimmung
des Erstarrungspunktes:
Man füllt ein Reagenzglas (Eprivette) mit der zu untersuchenden
Flüssigkeit und bringt es in eine Apparatur, wie sie
in Abb. 10-8 dargestellt ist. Je nach Lage des Erstarrungspunktes
kühlt man unter Rühren mit Luft oder einer Kältemischung.
Die Temperatur wird in Abständen von einer Minute abgelesen
und in ein Temperatur-Zeit-Diagramm eingetragen. Beim Erreichen
des Erstarrungspunktes bleibt die Temperatur konstant, bis
die Substanz völlig in den festen Zustand übergegangen
ist. Wenn zu Beginn der Kristallisation eine Temperaturerhöhung
stattfindet, dann spricht man von einer unterkühlten
Schmelze.
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