Startseite -- Home
  Show-Versuche aller ArtAlles über die verwendeten ChemikalienGrundpraktiken,Ausstattung!!! Sicherheitshinweise !!!Chemie ShopCommunityLinks zu anderen Chemie-Seiten  
LaborgeräteGrundpraktikenTaschenrechnerSuche
 
 
 

Trocknen

 
 

INFO: Die für chemische Reaktionen verwendeten Substanzen müssen oft frei von Feuchtigkeit sein, da andernfalls die Einwaagen verfälscht werden und in vielen Fällen, besonders wenn die Verbindungen Wasser enthalten, die Feuchtigkeit den Ablauf einer Reaktion verhindert oder in eine ungewünschte Richtung lenkt. Auch die Reaktionsprodukte müssen von Lösemitteln befreit werden, da sonst ihre einwandfreie Identifizierung und Charakterisierung erschwert wird.

 
     
 
Trocknen fester Stoffe:

 

leichtflüchtiges Lösemittel:
Läßt man einen feuchten Feststoff längere Zeit offen an der Luft stehen, dann entweicht langsam das an ihm haftende Lösemittel. Man beschleunigt diesen Vorgang, indem man den Feststoff zwischen Filterpapier oder auf Tontellern abpreßt und dadurch einen Teil des Lösemittels entzieht. In manchen Fällen läßt sich Wasser entfernen, wenn man die Verbindung mit einem leichtflüchtigen Lösemittel wäscht, welches zwar das Wasser löst, nicht aber die zu trocknende Verbindung (hydrophiles Lösemittel)
.

Exsikkator:
Ein einfaches Gerät zur Trocknung von Feststoffen bei Raumtemperatur ist der Exsikkator. Sein Boden wird mit einem wasserentziehenden Mittel bedeckt (z.B. Schwefelsäurelösung, so daß ein trockener Luftraum entsteht. Bringt man jetzt den feuchten Stoff in einer Schale in den Exsikkator, dann verdunstet das an ihm adsorbierte Wasser schneller und wird vom Trockenmittel aufgenommen. Den Wasserentzug kann man durch Evakuieren des Exsikkators beschleunigen.


Trockenpistole:
Für die Trocknung kleiner Substanzmengen und für Stoffe, die auch bei höheren Temperaturen stabil sind, ist die Trockenpistole geeignet. Man verdampft eine Flüssigkeit, deren Siedepunkt die Trocknungstemperatur bestimmt, und erwärmt mit ihr den Trockenraum (A), in dem sich die Substanz befindet. Der Trockenraum (Pistolenlauf) ist mit einem Kolben (B, Pistolengriff) verbunden, der das Trockenmittel enthält. Auch hier kann der Trockenvorgang durch Evakuieren beschleunigt werden.



Trockenschränke:

Für größere Substanzmengen ist die Trocknung in Trockenschränken sinnvoller. Sie sind elektrisch beheizt und die Trockentemperatur läßt sich mit einem Thermostaten regeln. Vakuumtrockenschränke nutzen die Möglichkeit, unter vermindertem Druck bei niedrigerer Temperatur zu trocknen.



Tiegel:
In seltenen Fällen können zum Beispiel anorganische Verbindungen in Tiegeln ausgeglüht werden. Da sie meist aus wäßrigen Lösungen durch Filtration abgetrennt werden, verwendet man aschefreie Filter, die beim Verbrennen kaum Rückstände hinterlassen und deshalb nicht zur Verunreinigung der gewünschten Verbindung führen. Man trocknet Filter und Substanz im Tiegel zunächst bei kleiner Flamme, bis das Filterpapier verglimmt und beginnt danach mit dem Ausglühen. Bei analytischen Arbeiten macht man es sich zunutze, daß aus einigen Hydroxiden beim Glühen Wasser abgespalten wird und man die reinen Oxide erhält

 

Trocknen von Flüssigkeiten:

 

Beim Trocknen von Flüssigkeiten handelt es sich fast immer darum, eine Flüssigkeit wasserfrei zu machen. Es gelingt nur selten, das Wasser durch Destillation vollständig abzutrennen. Daher füllt man meist ein geeignetes Trockenmittel in die Flüssigkeit, rührt längere Zeit oder läßt das Gemisch stehen und filtriert die trockene Flüssigkeit ab. Das in der Flüssigkeit enthaltene Wasser wird entweder physikalisch durch Sorption an der Oberfläche, oder in Poren des Trockenmittels, oder chemisch durch Bildung eines neuen Stoffes, oder durch Anlagerung von Kristallwasser gebunden. Werden höhere Anforderungen an die Trockenheit einer Flüssigkeit gestellt, dann wird sie unter Ausschluß der Luftfeuchtigkeit über dem Trockenmittel gekocht und anschließend abdestilliert.

Als Trockenmittel haben sich bewährt: Phosphorpentoxid (P4010) Calciumchlorid (CaCl2) Schwefelsäure (H2S04) Silicagel (Si02) wasserfreies Natriumsulfat (Na2S04) metallisches Natrium (Na) Molekularsieb

Bei der Auswahl des Trockenmittels muß man darauf achten, daß es nicht zu heftig mit der zu trocknenden Flüssigkeit reagiert. So darf man z. B. Halogenalkane nicht mit metallischem Natrium trocknen. Ether muß mit CaCl2 vorgetrocknet werden, bevor man das Restwasser mit metallischem Natrium entfernt, da die große Reaktionswärme zur Entzündung des Ethers führen würde.



 
Home -- StartseiteDisclaimerEmail
Copyright © 2001-2009 Peter Wich (Impressum)
 
   
online: