leichtflüchtiges
Lösemittel:
Läßt man einen feuchten Feststoff längere
Zeit offen an der Luft stehen, dann entweicht langsam das
an ihm haftende Lösemittel. Man beschleunigt diesen
Vorgang, indem man den Feststoff zwischen Filterpapier oder
auf Tontellern abpreßt und dadurch einen Teil des
Lösemittels entzieht. In manchen Fällen läßt
sich Wasser entfernen, wenn man die Verbindung mit einem
leichtflüchtigen Lösemittel wäscht, welches
zwar das Wasser löst, nicht aber die zu trocknende
Verbindung (hydrophiles Lösemittel).
Exsikkator:
Ein einfaches Gerät zur Trocknung von Feststoffen bei
Raumtemperatur ist der Exsikkator. Sein Boden wird mit einem
wasserentziehenden Mittel bedeckt (z.B. Schwefelsäurelösung,
so daß ein trockener Luftraum entsteht. Bringt man
jetzt den feuchten Stoff in einer Schale in den Exsikkator,
dann verdunstet das an ihm adsorbierte Wasser schneller
und wird vom Trockenmittel aufgenommen. Den Wasserentzug
kann man durch Evakuieren des Exsikkators beschleunigen.
Trockenpistole:
Für die Trocknung kleiner Substanzmengen und für
Stoffe, die auch bei höheren Temperaturen stabil sind,
ist die Trockenpistole geeignet. Man verdampft eine Flüssigkeit,
deren Siedepunkt die Trocknungstemperatur bestimmt, und
erwärmt mit ihr den Trockenraum (A), in dem sich die
Substanz befindet. Der Trockenraum (Pistolenlauf) ist mit
einem Kolben (B, Pistolengriff) verbunden, der das Trockenmittel
enthält. Auch hier kann der Trockenvorgang durch Evakuieren
beschleunigt werden.
Trockenschränke:
Für größere Substanzmengen ist die Trocknung
in Trockenschränken sinnvoller. Sie sind elektrisch
beheizt und die Trockentemperatur läßt sich mit
einem Thermostaten regeln. Vakuumtrockenschränke nutzen
die Möglichkeit, unter vermindertem Druck bei niedrigerer
Temperatur zu trocknen.
Tiegel:
In seltenen Fällen können zum Beispiel anorganische
Verbindungen in Tiegeln ausgeglüht werden. Da sie meist
aus wäßrigen Lösungen durch Filtration abgetrennt
werden, verwendet man aschefreie Filter, die beim Verbrennen
kaum Rückstände hinterlassen und deshalb nicht
zur Verunreinigung der gewünschten Verbindung führen.
Man trocknet Filter und Substanz im Tiegel zunächst
bei kleiner Flamme, bis das Filterpapier verglimmt und beginnt
danach mit dem Ausglühen. Bei analytischen Arbeiten
macht man es sich zunutze, daß aus einigen Hydroxiden
beim Glühen Wasser abgespalten wird und man die reinen
Oxide erhält
