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Umkristallisieren
aus heißgesättigter Lösung: |
Das Prinzip dieser
Methode ist recht einfach: man stellt im siedenden Lösemittel,
das mit dem zu reinigenden Stoff nicht reagieren darf, eine gesättigte
(heißgesättigte) Lösung her, filtriert die Verunreinigung
ab und läßt die Lösung abkühlen. Durch die
geringe Löslichkeit der meisten Verbindungen bei niedrigen
Temperaturen kristallisieren sie jetzt aus. Man wählt das Lösemittel
für eine Umkristallisation deshalb auch unter dem Gesichtspunkt
aus, daß es in der Kälte sehr wenig, am Siedepunkt aber
sehr viel von dem zu reinigenden Stoff löst. Von der Löslichkeit
bei Raumtemperatur hängt es auch ab, wieviel des gelösten
Stoffes zurückgewonnen wird. Das wird allerdings auch davon
bestimmt, welche Lösemittelmenge man eingesetzt hat. Um sie
möglichst klein zu halten, bieten sich - wenn man kein Löslichkeitsdiagramm
zur Verfügung hat - zwei Möglichkeiten:
1. Man wiegt 1 g der
Substanz ab und setzt ihr in einem Reagenzglas so lange portionsweise
Lösemittel zu, bis sie in der Siedehitze vollständig in
Lösung gegangen ist. Die notwendige Lösemittelmenge rechnet
man auf die Gesamtstoffportion um.
2. Man legt bei thermisch
stabilen Substanzen etwas vom Lösemittel in einem mit Rückflußkühler
versehenen Rundkolben vor, gibt die gesamte Substanzportion zu,
erhitzt unter Rühren zum Sieden und füllt dann so lange
Lösemittel durch den Kühler nach, bis die Substanz vollständig
gelöst ist.
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Die
Verunreinigungen, besonders kolloidal gelöste Stoffe,
können durch Zusatz von Adsorptionsmitteln (z.B. Tierkohle, Kieselgur,
Bleich- oder Fullererde, Aluminiumoxid) besser abgetrennt werden.
Zur Vermeidung eines Siedeverzuges müssen die Lösungen vor
Zugabe des Adsorptionsmittels unter die Siedetemperatur abgekühlt
werden. Da Adsorptionsmittel auch einen Teil des zu reinigenden Stoffes
adsorbieren, werden sie nur in geringen Mengen zugesetzt.
Zur Filtration
verwendet man Nutschen und Trichter mit weitem, möglichst
verkürztem Ablaufrohr, damit sie nicht durch schon auskristallisierende
Substanzen verstopft werden. Bei besonders problematischen Umkristallisationen
ist es ratsam, die Trichter vorzuwärmen bzw. sich heizbarer
Trichter oder Nutschen zu bedienen.
Durch die Abkühlgeschwindigkeit
der filtrierten Lösung kann man die Größe der entstehenden
Kristalle regulieren. Kühlt die Lösung schnell ab, dann
bleiben die Kristalle klein und lassen sich schlecht filtrieren.
Beim langsamen Abkühlen werden die Kristalle groß und
es besteht die Möglichkeit, daß Lösemittel eingeschlossen
wird.
Die gereinigten Kristalle
werden vom Lösemittel abgetrennt und getrocknet. Den Reinheitsgrad
kontrolliert man durch die Bestimmung des Schmelzpunktes. Es wird
so oft umkristallisiert, bis er konstant bleibt. Aus der Mutterlauge
läßt sich durch Eindampfen des Lösemittels weitere
Substanz gewinnen.
Umkristallisieren
durch Umfällen: |
Im Unterschied
zur physikalischen Methode des Umkristallisierens aus heißgesättigter
Lösung ist das Umfällen ein chemischer Vorgang. Er beruht
darauf, daß sich Verbindungen in Säuren und Laugen unterschiedlich
lösen. So wird die in Wasser schwerlösliche Benzoesäure
mit NaOH versetzt. Das entstandene Natriumsalz ist löslich,
Verunreinigungen bleiben nach der Filtration im Filter zurück.
Zur gereinigten Lösung des Salzes gibt man Salzsäure,
wodurch sich die schwerlösliche Säure zurückbildet
und auskristallisiert. Sie wird abfiltriert und getrocknet.
Wenn eine Substanz
aus der Lösung auch nach längerem Stehen im Eisbad nicht
auskristallisiert, greift man zu einer der folgenden Methoden:
1. Man kratzt
mit einem Glasstab an den Wänden des Gefäßes, um
Kristallisationskeime zu bilden.
2. Man gibt einen kleinen Kristall der zu reinigenden Verbindung
(Impfkristall) in die Lösung.
3. Man gibt ein zweites Lösemittel zu, das zwar mit
dem ersten mischbar ist, in dem sich aber die Substanz schlecht
löst. Setzt man z. B. einer alkoholischen Lösung Wasser
zu, dann fällt der in Wasser unlösliche Stoff aus.
4. Man
fügt der wäßrigen Lösung Salz zu (Aussalzen),
das die gelöste Substanz verdrängt. Dieses Verfahren wird
häufig bei der Herstellung von Farbstoffen genutzt.
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