Extraktion
von Flüssigkeiten: |
Bei der Flüssig-Flüssig-Extraktion
muß neben der Löslichkeit des zu extrahierendenStoffes
im Extraktionsmittel gewährleistet sein, daß beide Flüssigkeiten
nicht mischbar sind. Nur wenn sich zwei Phasen bilden, kann der
Extrakt abgetrennt werden. Die Flüssig-Flüssig-Extraktion
beruht auf dem Nernstschen Verteilungssatz:
Verteilt sich ein
Stoff auf zwei nicht mischbare Lösemittel, dann ist das Verhältnis
der Konzentrationen in beiden flüssigen Phasen konstant
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c1
Konzentration des Stoffes in Phase 1 (Extraktionsgut)
c2 Konzentration des Stoffes in Phase 2 (Extraktionsmittel)
C Verteilungskoeffizient.
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Der Verteilungskoeffizient:
Der Verteilungskoeffizient
ist für ein gegebenes Phasensystem konstant. Der Nernstsche
Verteilungssatz gilt in der angegebenen Form nur für sehr stark
verdünnte Lösungen (ideale Extraktionssysteme). Bei den
im chemischen Laboratorium oft verwendeten konzentrierten Lösungen
treten Abweichungen von dieser Gleichgewichtsverteilung auf. Der
Verteilungskoeffizient ist nicht mehr konstant, sondern von der
Konzentration der Lösung abhängig. Daher muß die
Verteilung für verschiedene Konzentrationen experimentell bestimmt
werden. Aus dem Nernstschen Verteilungssatz ergeben sich für
die Durchführung einer Extraktion drei Hinweise:
1. Es ist nicht möglich,
in einer Stufe Extraktionsgut vom zu extrahierenden Stoff zu befreien.
2. Es ist günstiger,
wenn ein Extraktionsmittel benutzt wird, dessen Lösungsvermögen
für den zu extrahierenden Stoff größer ist als das
des Extraktionsgutes.
3. Die Konzentration
des zu extrahierenden Stoffes im Extraktionsmittel darf nicht zu
hoch werden.
Eine Flüssig-Flüssig-Extraktion
besteht aus drei Arbeitsgängen:
1. Innige Vermischung
des zu extrahierenden Gemisches mit dem Extraktionsmittel.
2. Trennung
der Phasen in Schichten (Abscheider, Separatoren).
3. Entfernung
des Extraktionsmittels aus der Extraktionsschicht bzw. des Lösemittels
aus der Raffinatschicht. Dies geschieht meist durch Destillation.
Nach dem deutschen
Physiker und Chemiker Walter Nernst (1864-1941)
Extraktion im Scheidetrichter:
Flüssigkeiten
kann man diskontinuierlich im Scheidetrichter extrahieren. Man gibt
zum Gemisch das Extraktionsmittel, schüttelt kräftig durch,
wartet bis zur völligen Phasentrennung und läßt
dann die untere Phase auslaufen. Man verwendet nur geringe Mengen
an Extraktionsmittel, da jeweils nur die dem Nernstschen Verteilungssatz
entsprechende Substanzportion extrahiert wird. Bei leicht flüchtigen
Lösemitteln (z.B. Diethylether, Dichlormethan) muß der
Hahn des Scheidetrichters mehrfach bei nach oben gehaltenem Ablauf
geöffnet werden, um einen Überdruck zu verhindern.
Zur kontinuierlichen
Flüssig-Flüssig-Extraktion werden Perforatoren
eingesetzt. Sie arbeiten meist mit Lösemitteln, deren Dichte
kleiner ist als die des zu extrahierenden Gemisches. Die im chemischen
Laboratorium am häufigsten verwendeten Extraktionsapparate
für Flüssigkeiten sind:
a) der Perforator
nach Neumann
b) der Perforator
nach Kutscher-Steudel.
Im Kutscher-Steudel-Perforator
(Abb. 3; A Siedegefäß, B Einleitungsrohr, C Extraktor)
verdampft man das Extraktionsmittel aus dem Siedegefäß.
Es kondensiert am Kühler, tropft in das Einleitungsrohr und
tritt am Boden des Extraktors in Form kleiner Flüssigkeitsperlen
aus. Wegen der geringen Dichte steigen sie nach oben. Beim Durchgang
durch das zu extrahierende Gemisch nehmen sie den herauszulösenden
Stoff auf. Der Extrakt sammelt sich auf der Oberfläche des
Extraktionsgutes und läuft in das Siedegefäß ab.
Jetzt steht das Extraktionsmittel für eine erneute Extraktion
zur Verfügung.

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