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Destillationsverfahren: |
Gleichstromdestillation:
Für die Destillation einfach zu trennender Gemische (z.B.
Abdestillieren eines Lösemittels von einem Feststoff) reicht
eine einfache Destillationsapparatur (Abb.1) aus. Sie besteht
aus einem Einhals- oder Zweihalsrundkolben als Verdampfungsgefäß
(der Blase), dem Kühler, einem Thermometer und der Vorlage.
Die Destillationsapparatur darf nicht völlig abgeschlossen
sein, da der durch die Verdampfung der Flüssigkeit entstehende
Druck ihre Bestandteile sprengen kann. Daher wird die Vorlage stets
belüftet.

Fraktionierte
Destillation (Gegenstromdestillation): Zur Trennung von Flüssigkeitsmischungen,
deren Komponenten nahe beieinanderliegende Siedepunkte haben, setzt
man die fraktionierte Destillation (Rückflußdestillation,
Kolonnendestillation, Rektifikation) ein. Ihr Prinzip besteht darin,
daß man durch Zwischenschalten einer Säule (Kolonne)
zwischen Verdampfungsgefäß und Kühler eine Anreicherung
der leichtflüchtigen Komponente in der Gasphase herbeiführt
(Abb. 2). Man erreicht dies dadurch, daß der an leichtsiedender
Flüssigkeit schon angereicherte Dampf am Kolonnenkopf kondensiert
und in der Kolonne zurückläuft (Rücklauf). Dabei
wird er von aufsteigendem Dampf durchströmt und erwärmt.
Durch einen Wärme- und Stoffaustausch geht aus dem zurücklaufenden
Gemisch der leichtflüchtige Teil in den Dampf, und aus dem
aufsteigenden Dampf kondensiert der schwerflüchtige Anteil.
Das Resultat ist ein Dampf, der an leichtflüchtiger Komponente
stärker angereichert ist als der zuerst aufgestiegene.
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Fraktionierte
Destillation (Gegenstromdestillation): Zur Trennung von
Flüssigkeitsmischungen, deren Komponenten nahe beieinanderliegende
Siedepunkte haben, setzt man die fraktionierte Destillation
(Rückflußdestillation, Kolonnendestillation, Rektifikation)
ein. Ihr Prinzip besteht darin, daß man durch Zwischenschalten
einer Säule (Kolonne) zwischen Verdampfungsgefäß
und Kühler eine Anreicherung der leichtflüchtigen
Komponente in der Gasphase herbeiführt (Abb. 2).
Man erreicht dies dadurch, daß der an leichtsiedender
Flüssigkeit schon angereicherte Dampf am Kolonnenkopf
kondensiert und in der Kolonne zurückläuft (Rücklauf).
Dabei wird er von aufsteigendem Dampf durchströmt und
erwärmt. Durch einen Wärme- und Stoffaustausch geht
aus dem zurücklaufenden Gemisch der leichtflüchtige
Teil in den Dampf, und aus dem aufsteigenden Dampf kondensiert
der schwerflüchtige Anteil. Das Resultat ist ein Dampf,
der an leichtflüchtiger Komponente stärker angereichert
ist als der zuerst aufgestiegene.
Um den Stoff-
und Wärmeaustausch möglichst wirkungsvoll zu gestalten,
werden in die Kolonnen Füllkörper (z.B. Raschig-Ringe,
Drahtkörper) gegeben oder Einbauten (Glockenbzw. Siebböden)
angebracht (Abb. 3), die für eine große
Oberfläche des zurücklaufenden Gemisches und damit
für eine gute Durchdringung mit dem aufsteigenden Dampf
sorgen.
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Der Kolonnenkopf enthält
eine Vorrichtung, die den kondensierten Dampf in den Rücklauf
und das Destillat teilt, das abgenommen wird und die reine, leichtflüchtige
Komponente des Ausgangsgemisches enthält. Da der Wärme-
und Stoffaustausch innerhalb der Kolonne ein Gleichgewichtsprozeß
ist, der längere Zeit für die Einstellung benötigt,
wird zu Beginn der Trennung kein Destillat abgenommen. Nach Einstellung
des Gleichgewichts wird die Trennung in Rücklauf (R) und Destillat
(D) vorgenommen. Das Verhältnis beider Stoffmengen n ist das
Rücklaufverhältnis v.
Vakuumdestillation:
Vermindert man den auf eine Flüssigkeit wirkenden Außendruck,
dann sinkt ihr Siedepunkt. Dies nutzt man bei der Vakuumdestillation
aus, wenn sich Verbindungen bei höheren Temperaturen zersetzen
oder die Siedetemperatur im Laboratorium apparativ nicht zu erreichen
ist. Außerdem kommt man auf diese Weise zu einem günstigeren
Verlauf der Gleichgewichtskurve.
Das Vakuum wird durch
Wasserstrahlpumpen (bis etwa 20 mbar), Ölpumpen (bis 0,01 mbar)
oder Quecksilberdampfstrahlpumpen (bis 0,0004 mbar) erzeugt. Es
wird am Vakuummeter abgelesen, das beispielsweise aus einem mit
Quecksilber gefüllten und auf einer Seite verschlossenem U-Rohr
besteht. Die Höhendifferenz der beiden Quecksilbersäulen
gibt den Druck an (1 mm Quecksilbersäule = 1 mm Hg = 1,333
mbar = 1,333 hPa).
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Die zum Aufbau
einer Vakuumapparatur verwendeten Glasgeräte müssen
möglichst rund sein, um eine ungleichmäßige
Belastung durch den Außendruck zu verhindern. Vorratsflaschen
und Erlenmeyerkolben eignen sich daher nicht. Sie dürfen
auch keine Risse haben, die zu Implosionen führen können.
Als Verdampfungsgefäß für kleine Flüssigkeitsmengen
verwendet man Kolben mit Aufsatz nach Claisen (Abb.4; A Spitzkolben,
B Siedekapillare, C Thermometer, D Claisenbrücke mit
Kühler, E Vakuumviereck), an dessen Hals ein zweiter
Tubus angeschmolzen ist. Dieser ist durch ein Übergangsrohr
mit dem Kühler verbunden. Der Kühler mündet
in einen Vakuumvorstoß, von dem ein Druckschlauch über
eine zwischengeschaltete Sicherheitsflasche (Woulffsche Flasche)
zur Pumpe führt. Die Sicherheitsflasche schützt
das Destillat und die Vakuumleitung vor Öl oder Wasser
aus der Pumpe. Durch den Tubus des Claisenkolbens wird eine
Siedekapillare in die Flüssigkeit eingeführt, die
bei Anlegen des Vakuums durch einen schwachen Luftstrom Siedeverzüge
verhindert. Ist sie nicht dünn genug, so daß das
gewünschte Vakuum nicht erreicht wird, zieht man über
das aus dem Kolben ragende Ende einen Gummischlauch, den man
mit einer Schraubklemme so lange verengt, bis das angestrebte
Vakuum erreicht ist.
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Die Vakuumapparatur
wird vor dem Einbringen der Substanz in das Verdampfungsgefäß
auf ihre Dichtigkeit geprüft. Dabei darf die Vakuumpumpe nur
bei belüfteter Apparatur eingeschaltet werden. Erst wenn die
Pumpe normal läuft, wird der Belüftungshahn geschlossen.
So verfährt man auch vor Beginn der Destillation. Wenn das
erwünschte Vakuum erreicht ist, beginnt man, die Substanz zu
erhitzen. Die Destillation soll zügig durchgeführt werden.
Um das Vakuum konstant zu halten, kann die Verwendung eines Druckreglers
angebracht sein. Nach Beendigung der Destillation wird zuerst das
Heizbad entfernt und der Destillationsrückstand abgekühlt.
Dann wird belüftet und anschließend die Pumpe abgestellt.
Stellt man bei noch vorhandenem Vakuum die Pumpe
ab, wird Wasser oder Öl aus der Pumpe in die Apparatur gesaugt.
Bei der fraktionierten
Vakuumdestillation muß ein Vorlagenwechsel gewährleistet
sein, der das Vakuum in der Apparatur nicht beeinflußt. Dies
ist mit einer Eutervorlage (Spinne) oder einem Vakuumviereck möglich
(Abb.5). Während man bei der Spinne das Destillat durch
einfaches Drehen in eine andere Vorlage leitet (Abb.6), ist
der Vorlagenwechsel beim Vakuumviereck langwieriger. Man schließt
die Hähne 1 und 3 und belüftet die Vorlage über Hahn
2. Das Vakuum in der Apparatur wird dadurch aufrechterhalten. Nach
dem Vorlagenwechsel wird Hahn 2 geschlossen und die Vorlage wieder
evakuiert. Dann stellt man über die Hähne 1 und 3 vorsichtig
wieder die Verbindung mit der Apparatur her. Das im Gefäß
V angesammelte Destillat läßt man in die Vorlage ab.
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Wasserdampfdestillation
(Schleppmitteldestillation): Wasser und Anilin bilden ein Zweiphasensystern,
da sich beide Flüssigkeiten nicht mischen. Erhitzt man dieses
System, dann siedet es wenig unterhalb 100°C, und eine milchig
trübe Flüssigkeit kondensiert. Sie besteht aus Wasser
und Anilin. Das erst bei 184,4°C siedende Anilin ist also schon
weit unterhalb seines Siedepunktes übergegangen. Man nutzt
bei diesem Versuch die Addition der Dampfdrucke der Komponenten
nicht mischbarer Flüssigkeiten zum Gesamtdampfdruck aus. Aufgrund
seines Dampfdruckes ist Anilin zu einem bestimmten Prozentsatz in
der Gasphase vertreten. Da er sehr klein ist, ist sein Beitrag zum
Gesamtdampfdruck gering, so daß der Siedepunkt des Gemisches
in der Nähe des Siedepunktes von reinem Wasser liegt.
Eine Wasserdampfdestillation
kann man entweder durch Erhitzen eines Gemisches aus Wasser und
dem zu trennenden Stoff oder durch Einleiten von Wasserdampf in
das Substanzgemisch durchführen. Das zweite Verfahren (Abb.7)
ist häufiger. Es arbeitet meist mit gesättigtem Dampf
der ständig mit dem Wasser, aus dem er erzeugt wird, in Verbindung
steht. Bei der Destillation mit überhitztem Dampf wird zwischen
Dampfentwickler und Destillierkolben ein Dampfüberhitzer eingebaut,
der aus einem Blechkasten mit eingebauter Kupferschlange besteht,
die mit einem Gasbrenner erhitzt wird. Hier wird der erzeugte Wasserdampf
auf Temperaturen über 100°C gebracht und dann in das zu
trennende Substanzgemisch eingeleitet.

(a Kolben für
das Destillationsgut (Destillierkolben), dem gegebenenfalls über
ein Bad noch gesondert Wärme zugeführt wird, b Wasserdampfentwickler,
c Verteileraufsatz, d Sicherheitssteigrohr, e Dampfleitung (evtl.
mit Kondenswasserabscheider), f Thermometer (oder Rührer),
g Spritzschutz (Reitmeyeraufsatz), h Kühler, i Vorlagekolben)
Mit der Wasserdampfdestillation
lassen sich nicht nur Flüssigkeiten abtrennen, die mit Wasser
nicht mischbar sind, sondern auch Feststoffe, wenn deren Dampfdruck
ausreichend hoch ist. Man muß hierbei darauf achten, ob sich
der Feststoff schon im Kühler abscheidet und gegebenenfalls
die Kühlung abschalten. Man erkennt den Endpunkt der Destillation
bei nicht mit Wasser mischbaren Flüssigkeiten am Ausbleiben
der Trübung des Destillats und bei Feststoffen daran, daß
sich im Kühler kein Stoff mehr absetzt. Die
Wasserdampfdestillation ist ein sehr schonendes Trennverfahren,
da die zu reinigende Substanz nie über 100°C erhitzt wird.
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