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Falscher oder echter Lachs
 
 
 
  Versuch Nr.038
Bewertung / Schwierigkeitsgrad:

Zeitaufwand: 10 Minuten
 
   
 


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Ziel:
Lachs, ursprünglich eine rare und teure Delikatesse, zählt heute zu den beliebtesten Speisefischen. Er wird kaum mehr wild gefangen, sondern stammt fast ausschließlich aus Fischzuchtbetrieben. Allein in Norwegen ist die Lachsproduktion zwischen 1980 und 1995 von 4400 auf 250.000 Jahrestonnen gesteigen. Zusätzlich wird immer mehr billiger Lachsersatz produziert, dessen rote Farbe jedoch nicht auf natürlichem Wege zustande kommt, sondern durch synthetische, organische Farbstoffe.
In diesem Versuch kann mit einem einfachen Test zwischem echten und "falschen" Lachs unterschieden werden, indem die Farbstoffe extrahiert werden.

 

 
 

Geräte:
Präperategläser

 

 
 

Chemikalien:
echter Lachs, Lachsersatz, Spiritus, Benzin

 

 
 

Sicherheitshinweise:
Der Lachs kann nach dem Versuch nicht mehr verzehrt werden!

Ethanol (Spiritus) (C2H5OH): F R11 S7-16
Benzin: F,Xn R 11-48/20-65 S 9-16-23.2-24-33-62

FXn

 

 
 

Einverständniserklärung:
Hiermit erklären Sie sich bereit den folgenden Versuch unter
eigener Verantwortung und nur mit ausreichendem chemischen Wissen und geeigneten Schutzvorrichtungen durchzuführen!
Der Autor kann für jegliche Personen- und Sachschäden durch mögliche Fehlversuche nicht haftbar gemacht werden. (siehe Sicherheitscheck bzw. Disclaimer)

 
 

 

 
 

Versuchsanleitung: Taschenrechner
Man besorge sich echten Lachs, sowie den billigeren Lachsersatz und zerteilt ihn in kleine Stücke, die in ein Präperategläschen (Schnappdeckelglas) gelegt werden. Anschließend übergießt man den Lachs mit Ethanol, bzw. normalen Haushaltsspiritus. Noch zeigen beide Flüssigkeiten keine Farbveränderung auf (siehe Bild links).

Schüttelt man nun beide Gläschen kräftig, so erkennt man deutliche Unterschiede. Im Glas mit dem echten Lachs bleibt die Flüssigkeit unverändert farblos. Im Glas mit dem Lachsersatz hingegen verfärbt sich die Lösung rot-orange.

Gibt man nun die gleiche Menge an Benzin zu, so stellen sich zwei Phasen ein, wobei der Farbstoff in der unteren Phase verbleibt.

 
 

Entsorgung: (siehe auch Entsorgungsmaßnahmen)
Das Benzin sollte wenn möglich in organischen Lösungsmittelabfällen entsorgt werden.
Die Spiritus-Phase kann in den Ausguss geschüttet werden.

 

 
 

Erklärung / Hintergrund:
Das Fleisch des echten Lachses, der in Süßgewässern lebt, erhält seine typische rosa Farbe durch die Ernährung mit Krebstieren. Vor allem das in der Nahrung vorhandene Astaxanthin, das zur Gruppe der Carotine gehört wird in das Muskelfleisch der Wildlachse eingelagert und sorgt für die rosa Färbung. Soll auch bei Zuchtlachsen, die in Farmen aufwachsen, die vom Kunden gewünschte Färbung erreicht werden, müssen dem Futter dieser Tiere Farbstoffe zugesetzt werden, da das verwendete Futter keine Carotinoide in ausreichender Menge enthält.

Der Lachsersatz wird aus Seelachs (z.B. Alaska-Seelachs) oder auch Kabeljau hergestellt und erhält die rote Farbe durch synthetische (Azo-)Farbstoffe, wie z.B. Gelborange S (E110) und Cocheneillerot (E124).

 

Lachs

In den USA ist der Lachs der beliebteste Speisefisch. Besonders begehrt ist vollfarbenes, pink-rötliches Lachsfleisch, das als frisch, geschmackvoll und hochwertig gilt - und damit höhere Preise rechtfertigt. Tiere, die aus Aquakulturen stammen und mit Getreide gefüttert werden, neigen jedoch zur Blässe. Da bedürfen sie der farblichen Nachhilfe - und die kommt vom Schweizer Pharmakonzern F. Hoffmann-La Roche. Die Chemiker entwickelten den naturidentischen Futterzusatz "Carophyll Pink", der synthetische Carotinoide enthält; der Einsatz ist in den USA seit 1995 als gesundheitlich unbedenklich erlaubt. Fischzüchter können nun aus einer Palette bunter Streifen mit Pink- und Orangetönen auswählen, welche Farbe sie ihren Lachsen beifüttern. Auch in anderen Lebensmitteln werden künstliche Farbstoffe eingesetzt um dem Kunden ein schöneres Stück Lebensmittel vorzugaukeln. Selbst im Trockenfutter für Hunde wird der in den USA nicht zugelassene Farbstof E123 (Amaranth) hinzugefügt, damit eine satte rote Farbe erreicht wird. Sowohl bei Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr als auch für Tierfutter sollte stets auf die zugesetzten Bestandteile geachtet werden.

 

 
 

Links:
Was Tiere bunt macht -Farbstoffe in der Nahrung (pdf): Sehr interessante Untersuchung u.a. der Farbstoffe in Lachsen mit chromatographischen und spektroskopischen Mitteln
KAROTIN MACHT SEXY!: Flamingo, Ibis und Lachs leuchten in so schönen Rottönen, weil sie Krebse fressen
Inhaltsstoffe für Fisch und Fischerzeugnisse:Übersicht über die Inhaltsstoffe von Lachs, wie Eiweiß, Harnsäure, Fett, Eisen, Natrium, Wasser, ....
Transgen.de: Mögliche Anwendung der Gentechnik bei der Lachszucht

Lachszucht und Haltung: Bericht aus der Zeitung Ökotest
www.bio-lachs.de: Lachs von den Irischen Aran-Inseln

Lebensmittelfarbstoffe 1: Gefahr oder völlig harmlos ?
Lebensmittelfarbstoffe 2: Übersicht der zugelassenen Farbstoffe in Lebensmitteln
Was ist Astaxanthin? (engl.): Infos über den Haupt-Futtermittelzusatz Astaxanthin bei Lachsen
Betacarotin(engl.): chemische Nomenklatur und Struktur

Deutsche Zwerg-Lachshühner: Ok, nicht unbedingt in direktem Zusammenhang mit diesem Versuch, aber doch interessant, oder? :-)

 

 


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